Sommerzeit ist Urlaubszeit oder "Die All Inclusive Diät
Letztes Jahr im Spätsommer sah ich einen interessanten Fernsehbeitrag. An Flughäfen wurden neben unnötig mitgeschlepptem Reisegepäck auch die Urlauber selbst zur Waage gebeten. Das Resultat: jeder Reisende wog nach 14 Tagen - meist All Inclusive - Urlaub 2-3kg mehr. Das Wieso konnte aber keiner richtig erklären. Möchte man doch meinen, dass die verbitterten Kämpfe um die besten Liege- und Buffetplätze höchst sportliche Leistungen abverlangen und jede Menge Kalorien verbrennen. Und faul war man auch nicht, der ein oder andere Ausflug war dabei, wenn auch mit dem Bus.
Die Lösung ist einfach: wer mehr Kalorien zu sich nimmt als er verbraucht, legt die überschüssige Energie für schlechte Zeiten als Hüftgold an. Nun könnte man argumentieren, dass Gold gerade hoch im Kurs steht. Aber mal ehrlich, schlechte Zeiten im All Inclusive Urlaub? Sicher nur, wenn Sie auch das Abendbrot verpennt haben. Ansonsten lebt der Gemeine Deutsche seine Ferien getreu nach dem Motto "Das hab ich ja bezahlt!" Also wird alles verspachtelt, was nicht schnell genug weg rennt, und so locker die fünffache Menge Nahrung aufgenommen als zum Überleben notwendig ist. Danach reibt man sich wehleidig den Bauch auf der hart erkämpften Liege und schwört, nie wieder einen All Inclusive Urlaub zu buchen. Das Ganze hält dann ca. 2 Stunden an - bis zur nächsten Mahlzeit.
Wie aber kommt man aus dieser Misere heraus? Die Möglichkeiten dazu sind vielfältig.
Variante 1: Man wartet, bis der Urlaub zu Ende ist und nimmt die zusätzlichen Pfunde in Kauf. Immerhin ein kostenloses Urlaubsmitbringsel.
Variante 2: Man passiert nur die Salatecke des Buffets. Das erspart Kalorien und Stress mit hungrigen Miturlaubern, macht allerdings über kurz oder lang depressiv anderen Leuten beim Essen kulinarischer Köstlichkeiten zusehen zu müssen.
Variante 3: Sie lassen sich von den Animateuren zu einer Runde Beachvolleyball überreden und holen sich als Ungeübter diverse Prellungen und Verstauchungen. Wenn Sie dann zum Buffet humpeln und nur eine brauchbare Hand zum Essenfassen haben, überlegen Sie dreimal, wie oft Sie sich ins Getümmel stürzen wollen.
Variante 4: Sie haben Urlaub, denken Sie an den Spaßfaktor - Spaß am Essen und am Sport! Überlegen Sie, was Sie heute wirklich essen wollen, und was auch noch morgen da ist. Passen Sie Ihr Essverhalten Ihrem Bewegungsverhalten an: haben Sie viel Sport gemacht, können Sie sich auch mit einem Nachtisch belohnen. Lagen Sie den ganzen Tag faul am Strand, passt vielleicht kein Eis mehr auf die Problemzonen drauf. Denken Sie immer daran genug zu trinken, 2-3 Liter am Tag sind Pflicht. Und essen Sie langsam, bewusst und mit Genuss. Auch das spart einige Kalorien ein bei gleichem Essvergnügen.
Zum Schluss wäre noch zu klären, wie man den Schweinehund überlistet sich auch trotz sommerlicher Temperaturen sportlich zu betätigen. Auch hier gibt es mehrere, sogar kombinierbare, Alternativen.
Tipp 1: Morgens vorm Frühstück ist es noch nicht so heiß, man ist noch motiviert sich zu bewegen und auch noch nicht träge vom Essen. Ideale Bedingungen also, um eine Runde am Strand zu joggen. Vorteil: Da alle anderen Miturlauber am Buffet sind, haben Sie Platz am Strand und müssen nicht befürchten sich zum "Obst" zu machen. Anschließend haben Sie Platz am Buffet, da die anderen dann am Strand sind.
Tipp 2: Jeder Schritt hält fit. Sparen Sie sich Lift, Bus und Co. und gehen Sie öfter mal zu Fuß. Scheuen Sie sich nicht Wege zweimal zu gehen oder gar Umwege zu machen. Nebenbei bemerkt: ein Treppentraining ist ein super Workout für einen Knackarsch.
Tipp 3: Sie kommen partout nicht von Ihrer Liege hoch? Ok, Sie können natürlich auch diese als Sportgerät nutzen. Wenn Ihnen Strandgymnastik in aller Öffentlichkeit zu peinlich ist, dann sporteln Sie isometrisch. D.h. man spannt den zu trainierenden Muskel 60-90 sec an, entspannt diesen kurz, und wiederholt dies dreimal hintereinander. Schon hat man ein unsichtbares Strandworkout absolviert. Gut, nicht so effektiv wie z.B. Joggen, aber dennoch ergiebiger als faul herumzuliegen.
Merke: Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg. Übrigens, ich mache dieses Jahr Urlaub mit Halbpension. In diesem Sinne Sport frei und eine erholsame Urlaubszeit.
Katharina Breßau, Personal Trainerin www.fit-dresden.de
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